Logo der Open Source InitiativeDie Gestaltung von Leistungsbeschreibungen, Kriterienkatalogen und die Angebotswertung für die Ausschreibung von Internet-Auftritten oder Web-Portalen sind häufig vergleichbar komplex der Ausschreibung umfassender Software-Lösungen. Hinzu kommt, dass sich Open Source-Lösungen auch in diesem Bereich beginnen durchzusetzen: Wurden die Internet-Auftritte und Webprojekte im öffentlichen Bereich bis vor fünf Jahren ganz überwiegend auf Basis proprietärer Content Management Systeme (CMS) realisiert, setzen heute immer mehr Behörden und öffentliche Auftraggeber auf freie, d.h. Open-Source-basierte, Lösungen wie WordPress, Drupal & Co.

Das Vorgehen bei der Vergabe solcher Projekte unterscheidet sich je nachdem, ob als CMS eine Open-Source Software oder eine proprietäre Lösungen zur Anwendung kommen soll.

Zwei Vergaben in einer?

Bei Einsatz eines proprietären und kostenpflichtigen CMS und der Umsetzung des konkreten Web-Projektes (wie z.B. der Umsetzung eines neuen Internet-Auftritts des Auftraggebers) gibt es zwei grundsätzliche Entscheidungen:

  1. Welches Content Management System kommt zum Einsatz? und
  2. Welche Agentur bzw. welcher Dienstleister setzt die konkreten Anforderungen auf Basis dieses CMS um?

Unter proprietärer Software werden allgemein solche Lösungen verstanden, deren Quellcode nicht „Open Source“ gestellt wurde, d.h. bei denen meist umfassende Ausschließlichkeitsrechte des Herstellers bestehen und für die entweder Lizenzkosten und/oder Pflegekosten bei Einsatz der Lösung verlangt werden. Den gesamten Artikel lesen…

Nach sieben Jahren dynamischen Wachstums war 2016 auch für die publicplan GmbH, ein Unternehmen der cosinex Gruppe mit dem Fokus auf web- und Open Source-basierte Softwarelösungen für Institutionen des öffentlichen Sektors und E-Government-Beratung, ein bedeutendes Jahr.

Mit deGov wurde das erste freie, d.h. Open-Source-basierte Content-Management-System für deutsche Verwaltungen auf Basis einer Drupal8-Distribution für die öffentliche Verwaltung, vorgestellt. Mit dem GovBot wurde die erste deutsche Basistechnologie zur Realisierung von dialogischem E-Government auf Basis von Chatbots als Produkt am Markt eingeführt.

Um den Anforderungen dieses dynamischen Wachstums gerecht zu werden, hat sich publicplan an zentralen Stellen auch personell verstärkt: Neben neuen Kolleginnen und Kollegen in den Bereichen Projekte, Entwicklung und Vertrieb verstärkt Dr. Walter von Hülsen neben Dr. Christian Knebel als weiterer Geschäftsführer seit diesem Monat die Gesellschaft und übernimmt in diesem Rahmen unter anderem die Verantwortung für den Projektbereich.

Herr Dr. von Hülsen verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Umsetzung von IT-Projekten sowie der Managementberatung für öffentliche Auftraggeber.

degov-logoDie publicplan GmbH hat Mitte November 2016 gemeinsam mit Partnern auf dem Anwendertag „Drupal in der öffentlichen Verwaltung“ in Düsseldorf „deGov“ vorgestellt, das erste Drupal 8 basierte Content Management System, das sich auf die Bedürfnisse der Öffentlichen Hand fokussiert.

Unter Federführung der publicplan GmbH und in enger Zusammenarbeit mit vielen weiteren Partnern wie der 1xINTERNET GmbH oder Reinblau e.G. entstand eine Distribution eines Content Management System (CMS), die sich auf die Bedürfnisse öffentlicher Verwaltungen in Deutschland fokussiert und kostenfrei eingesetzt werden kann: www.deGov.org.

deGov basiert auf Drupal 8, einem der weltweit populärsten Web Content Management Frameworks. In vielen Ländern wie Australien, den USA aber auch Belgien und England setzen Behörden und öffentliche Einrichtungen für ihre Internetseiten und Portale auf Drupal. Eines der zumindest medial populärsten Beispiele ist die Internetseite des Weißen Hauses unter www.whitehouse.gov.

Auf Basis der vielen Jahre Expertise und Erfahrung im Bereich von Web- und Open Source-basierten Softwarelösungen für die öffentliche Verwaltung wurde durch publicplan und die beteiligten Partner eine auf die spezifischen Bedürfnisse abgestimmte Distribution erstellt. deGov ist aktuell auf folgende Einsatzgebiete optimiert:

  • Internetauftritte für Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen sowie Universitäten
  • E-Government-Portale mit Serviceorientierung
  • Beteiligungsportale zur Politikkommunikation
  • Offenes Anliegenmanagement und Crowdmapping
  • Datenportale zur Katalogisierung, Veröffentlichung und Visualisierung von offenen Daten
  • Intranet/Extranet für Behörden

Dr. Christian Knebel, Geschäftsführer der publicplan GmbH zu deGov:

„Mit der Veröffentlichung von deGov als Open Source folgen wir dem weltweiten Trend zu offenen Quellcodes bei Verwaltungssoftware. In vielen Ländern wie z.B. den USA ist es erwünscht, mit Steuergeldern entwickelte Software kostenfrei zu veröffentlichen. In Belgien und Bulgarien wird das demnächst sogar gesetzlich verpflichtend.“

 

Nao Aldebaran hilft bei deGov EntwicklungVorteile von deGov

Der Open Source-basierte Ansatz von deGov hat zahlreiche Vorteile für Verwaltungen in Deutschland:

Einsparungen

deGov steht allen Nutzern kostenfrei zur Verfügung. In Zeiten knapper Haushalte sind die geringeren Kosten das größte Argument für den Einsatz von Open Source in der Verwaltung.

Sicherheit und Qualität

Ein offener Quellcode kann jederzeit geprüft und verbessert werden. Dadurch finden sich allgemein weniger Sicherheitslücken und Fehler in Open Source-Software.

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Unabhängigkeit

Für die Anpassung sowie die Pflege und Wartung von Open Source-Software und auch deGov können Verwaltungen nicht nur eigene IT´ler und Ressourcen einsetzen, sondern auf zahlreiche, auch kleine und mittelständische IT-Dienstleister zurückgreifen und sind damit unabhängig. Allein die Drupal-Community zählt über 1 Million Mitglieder und ist damit eine der populärsten weltweit.

Umfassende Möglichkeiten

Allein für Drupal existieren bereits über 25.000 Zusatzmodule, die ebenfalls kostenfrei zur Verfügung stehen und abhängig von den individuellen Anforderungen in deGov eingebunden werden können.

Weiterentwicklungen

Alle grundsätzlichen Weiterentwicklungen im Rahmen einzelner Projekte sollen in die deGov-Basis zurückgespielt werden. So profitieren alle Projekte auf Basis von deGov von der laufenden Weiterentwicklung der technischen Basis.

Carsten Klipstein, Geschäftsführer der cosinex Gruppe:

„Mit deGov hat sich eine Entwicklergemeinschaft ein Basiswerkzeug für die eigenen Kundenprojekte geschaffen und dieses dann als Open Source-Lösung veröffentlicht. Diese Bereitstellung an die „Community“ von Verwaltungen, Nutzern und anderen Unternehmen sowie Agenturen ist auch eine Einladung zum Mitmachen, die sehr erfolgreichen Vorbildern in vielen anderen Ländern folgt und eigentlich nur eine konsequente Weiterentwicklung von Grundideen ist, die in Deutschland bereits 1968 in den sog. Kieler Beschlüssen gefasst wurden.“

Weitere Informationen zu deGov finden Sie unter www.deGov.org.

drupal-8-egov drupalAls einer der Pioniere im Bereich der elektronischen Vergabe (E-Vergabe) bieten wir seit über 15 Jahren der öffentlichen Hand Lösungen zur elektronischen Unterstützung des Öffentlichen Vergabe- und Beschaffungswesens. Im Rahmen der cosinex Gruppe arbeiten wir darüber hinaus im Kompetenzdreieck zwischen IT, Verwaltung und Recht an modernen und innovativen E-Government-Lösungen und realisieren anspruchsvolle IT-Projekte für die öffentliche Verwaltung.

Trends zu erkennen und Standards mitzugestalten, ist nicht nur im Bereich der E-Vergabe ein wesentlicher Erfolgsfaktor für effiziente Projekte und moderne sowie nachhaltige E-Government-Anwendungen. Im Fokus vieler Länder und Kommunen stehen aktuell insbesondere die Nutzung von Open Data und der Einsatz quelloffener Software (Open Source). Den gesamten Artikel lesen…