Förmliche Vergabeverfahren bedeuten nicht nur für Vergabestellen erheblichen Aufwand, sondern auch für Bieter. Gerade bei sehr komplexen und großen Ausschreibungen stellt sich Unternehmen nicht nur im Hinblick auf die formalen Anforderungen die Kardinalfrage: „Unter der Prämisse der Wirtschaftlichkeit: In welchem konkretem Fall lohnt sich meine Teilnahme?“

Der Gastbeitrag des Leiters der Rechtsabteilung der adesso AG, Hr. Ass. Ulrich Kaden, befasst sich mit diesem Problem. Auch für Vergabestellen hält sein mathematisch gestützter Beitrag interessante Erkenntnisse bereit; er zeigt, wie sich die Wahl der Verfahrensart und der Aufwand auf Seiten der Bieter auf die zu erwartenden Preise auswirkt.

Optimale Wahl des Aufwands zur Angebotserstellung im Ausschreibungsverfahren

1 Einführung

(Ass. Ulrich Kaden*) Der Prozess zur Beschaffungen von Leistungen im öffentlichen Sektor unterscheidet sich erheblich von dem in der Privatwirtschaft. Ersterer ist – im Gegensatz zum letztgenannten – durch das gesetzlich geregelte Vergabeverfahren hinsichtlich der Formalien und der Bewertung der Angebote stark formalisiert. Dieses stellt für Teilnehmer am Verfahren bei der Erstellung von Teilnahmeanträgen und Angeboten vergleichsweise hohe Anforderungen. Den gesamten Artikel lesen…