Ab dem 2. Januar 2027 können sich Bürgerinnen und Bürger in Deutschland mit der EUDI-Wallet digital ausweisen und Nachweise auf dem Smartphone vorlegen. Damit die Wallet von Beginn an breit genutzt werden kann, haben das Bundesdigitalministerium und der Bitkom ein Memorandum of Understanding mit der Wirtschaft geschlossen. Auch cosinex unterstützt diese Initiative.

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Die EUDI-Wallet ist die deutsche Umsetzung der europäischen digitalen Identität nach der eIDAS-2-Verordnung. Seit September 2026 trägt die staatliche Wallet einen eigenen Namen: d-you. Offizielle Dokumente wie Ausweis oder Führerschein lassen sich darin sicher speichern und teilen, digitale Dienste sollen sich medienbruchfrei nutzen lassen.

Anlässlich des Europäischen Gipfels zur digitalen Souveränität im November 2025 haben Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger und Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst gemeinsam mit zunächst über 75 Unternehmen das Memorandum of Understanding zur erfolgreichen Einführung der EUDI-Wallet unterzeichnet. Inzwischen sind mehr als 120 Unternehmen und Organisationen beteiligt. In einem offenen Brief vom August 2026 rufen Wildberger und Wintergerst weitere Unternehmen aus allen Branchen dazu auf, Teil des Ökosystems zu werden und ihre Prozesse „wallet-ready“ zu machen.

Was mit dem Memorandum vereinbart wird

Drei Seiten sind beteiligt: Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hält die Unterzeichnenden über Entwicklungsstand und technische Spezifikationen auf dem Laufenden. Der Bitkom organisiert den Dialog zwischen Wirtschaft und Regierung. Die Unternehmen bereiten die Umstellung ihrer Prozesse auf die Wallet vor, geben dem Ministerium Rückmeldung zu den Spezifikationen und bekennen sich zu dem Ziel, angepasste Funktionen bis zum Wallet-Start so weit wie möglich auszurollen.

Für das dritte Quartal 2026 sieht das Memorandum eine gemeinsame Bestandsaufnahme vor, in welchem Umfang die Wallet ab 2027 für Identifikation, Altersverifikation und die Vorlage digitaler Nachweise nutzbar sein wird.

Parallel läuft seit Dezember 2025 eine Sandbox, in der Unternehmen und Verwaltungen Anwendungsfälle unter realitätsnahen Bedingungen erproben. Nach Angaben des Bitkom waren bis Anfang März 2026 rund 150 Anwendungsfälle eingereicht, seit April lassen sich neben der Ausweisfunktion auch elektronische Nachweise, die sogenannten Electronic Attestations of Attributes, testen.

Zur Mitwirkung von cosinex an der Initiative erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Carsten Klipstein:

In der E-Vergabe muss verlässlich sein, wer für ein Unternehmen handelt. Eine Wallet, die Identität und Vertretungsbefugnis gemeinsam nachweist, schließt eine Lücke, die heute für Identitätsmissbrauch genutzt werden kann.

Quellen