
Im Programm „Innovation Procurement Hubs“ der Europäischen Kommission ist das erste Beratungspaket abgeschlossen. Beteiligt war eine öffentliche Stelle in Hamburg, die gemeinsam mit dem Programm ein Kennzahlensystem zur Wirkungsmessung ihrer Innovationsbeschaffung entwickelt hat.
Das „Innovation Procurement Hubs“-Programm (IPH) der Europäischen Kommission unterstützt öffentliche Auftraggeber dabei, Innovationsbeschaffung wirksamer einzusetzen. Über einen Zeitraum von sechs Wochen erhielt nun erstmals eine Hamburger Stelle ein maßgeschneidertes Beratungspaket. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Wirkung und institutionelle Leistung der Innovationsbeschaffung in der Praxis messen lassen.
Kennzahlensystem zur Wirkungsmessung
Ergebnis der Zusammenarbeit ist ein Kennzahlensystem (KPI-Framework), das durch praxisnahe Werkzeuge und Vorlagen für Evaluation, Berichtswesen und Entscheidungsfindung ergänzt wird. Es soll einfach genug für den täglichen Einsatz und zugleich belastbar genug sein, um den finanziellen Beitrag von Beschaffungsvorhaben zu erfassen. Der Nutzen einzelner Pilotprojekte für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger lässt sich damit in quantitative Kennzahlen übersetzen.
Als zentrale Erkenntnis hebt die beteiligte Stelle hervor, dass die Datengrundlage von Beginn an mitgedacht werden muss:
„Die Festlegung von Leistungskennzahlen im Vorfeld und die Erhebung von Daten über die gesamte Pilotphase hinweg sind entscheidend, um eine valide Grundlage für Aussagen über die Wirksamkeit und Effizienz eines Pilotprojekts zu schaffen.“
Damit adressiert das Beratungspaket ein bekanntes Defizit der Innovationsbeschaffung: Der Wirkungsnachweis fällt vielen Vergabestellen schwer, weil Kennzahlen und Daten erst nachträglich zusammengetragen werden.
Einordnung
Die Innovationsbeschaffung gilt unionsweit als Hebel, um öffentliche Nachfrage gezielt für neue Lösungen zu nutzen. Ein strukturiertes Kennzahlensystem ist Voraussetzung dafür, den Mehrwert solcher Vorhaben gegenüber Haushalt und politischer Leitung zu belegen und Folgeentscheidungen abzusichern. Das IPH-Programm ist Teil der Public Buyers Community der Europäischen Kommission und wird von der Generaldirektion Binnenmarkt (GROW) sowie der Exekutivagentur EISMEA getragen.
Bewerbung weiter möglich
Interessierte öffentliche Auftraggeber im Europäischen Wirtschaftsraum können weiterhin Unterstützung beantragen – sowohl direkte Beratungspakete als auch einen Peer-to-Peer-Austausch. Der Zugang erfolgt über eine Interessenbekundung; die Auswahl der Teilnehmer nimmt die Kommission vierteljährlich vor. Das Verfahren und die dreiteilige Interessenbekundungsumfrage haben wir in einem eigenen Beitrag im Detail dargestellt.
Quelle: Public Buyers Community – Innovation Procurement Hubs und eigene Redaktion
Titelbild: Ameen Fahmy – Unsplash