
Das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung hat ein neues Online-Tool zur Lebenszykluskostenbetrachtung entwickelt. Es soll Vergabestellen den Einstieg in die Methode erleichtern.
Innovative Produkte und Dienstleistungen haben in der öffentlichen Beschaffung oft ein Akzeptanzproblem: Sie erscheinen bei der Anschaffung teurer als etablierte Lösungen. Eine reine Betrachtung des Anschaffungspreises greift jedoch zu kurz. Erst die Einbeziehung der Lebenszykluskosten (LZK) zeigt, wie wirtschaftlich eine Lösung über ihre gesamte Nutzungsdauer tatsächlich ist – von Betrieb und Wartung bis hin zu Entsorgungskosten.
Umfrage: Lebenszykluskosten werden selten eingesetzt
Obwohl Lebenszykluskosten ein zentrales Instrument für wirtschaftliche und nachhaltige Vergaben sind, werden sie bislang nur selten eingesetzt. Eine Umfrage der Universität der Bundeswehr München im Auftrag von KOINNO zeigt: Mehr als die Hälfte der öffentlichen Vergabestellen nutzt LZK nur selten oder gar nicht. Häufige Gründe sind Unsicherheiten bei der Berechnung, fehlende praktische Anleitungen oder Zweifel an der rechtlichen Zulässigkeit. Der Einsatz von Lebenszykluskosten als Zuschlagskriterium ist nach § 59 VgV ausdrücklich erlaubt.
Neues Online-Tool bündelt Grundlagen
Das kostenfreie Informationsangebot lzk.koinno.de bündelt die wichtigsten Grundlagen zur Lebenszykluskostenbetrachtung auf einer Seite. Nutzerinnen und Nutzer erfahren unter anderem, was Lebenszykluskosten sind, warum sich ihr Einsatz lohnt, wie sie als Zuschlagskriterium eingesetzt werden können und welche Kostenbestandteile bei der Berechnung zu berücksichtigen sind. Ergänzt wird das Angebot durch Praxisbeispiele, weiterführende Hinweise und vertiefende Materialien.
Das Informationsangebot richtet sich an alle, die Vergabeverfahren planen, durchführen oder strategisch begleiten – von kommunalen Verwaltungen über Landes- und Bundesbehörden bis hin zu Organisationen, die innovative Lösungen anbieten.
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Titelbild: BsWei – iStock

