Vor einem Jahr startete der „Datenraum für das öffentliche Auftragswesen“ (Public Procurement Data Space, PPDS) der Europäischen Kommission. Wir nehmen das Angebot in den Blick.

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Der PPDS sollte den „brachliegenden Datenschatz“ ober- wie unterhalb der EU-Schwellenwerte heben und zentral verfügbar machen. Bislang seien lediglich Daten von 20 % aller Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber zentral verfügbar und für die Analyse durchsuchbar – nämlich diejenigen oberhalb der Schwellenwerte.

Im PPDS sollten daher Daten aus allen öffentlichen Beschaffungsquellen konsolidiert werden. Ihre Interoperabilität sollte durch eine gemeinsame Semantik mittels der eProcurement Ontology (ePO) ermöglicht werden.

Ziel des PPDS sei es, analytische Fähigkeiten bereitzustellen, um evidenzbasierte Entscheidungen von Käufern, Lieferanten und politischen Entscheidungsträgern zu unterstützen. Das Projekt ist mit dem Vorhaben verknüpft, eForms in Deutschland als Standard auch für den Unterschwellenbereich möglich zu machen.

Welche Datensätze zeigt der PPDS?

Hinsichtlich der zugrundeliegenden Daten wird gegenwärtig folgender Hinweis vorangestellt:

Die derzeit für die Analyse verfügbaren Daten erstrecken sich über mehrere Jahre und Länder. Sie umfassen Datensätze für TED, die die vollständigen Jahre von 2021 bis 2024 abdecken; Österreich von 2017 bis 2024; Deutschland, Finnland und Norwegen für 2023 und 2024. Die Daten aus allen Quellen werden regelmäßig mit den Daten für 2025 aktualisiert.

Wie schon zu seinem offiziellen Start am 24. September 2024 stellt der PPDS Beschaffungsdaten in 13 verschiedenen Dashboards dar, die in sechs Kategorien gegliedert sind:

Datenqualität

Allgemeine Übersicht über öffentliche Beschaffung

Wettbewerb

Strategische Beschaffung

KMU-Beteiligung

Effizienz

Beispieldatensatz: Aufträge mit nur einem Bieter

Der Datenraum bietet einen guten Einstieg, um diverse Fragestellungen die öffentliche Beschaffung betreffend sowohl in der Breite als auch in der Tiefe zu untersuchen.

So erlaubt das Dashboard Single Bidder, welches den Anteil der vergebenen Aufträge darstellt, bei denen es nur einen einzigen Bieter gibt, neben Kartendarstellungen auch Visualisierungen nach Verfahrensart, Vertragstyp sowie CPV-Code. Die Daten umfassen bereits das Berichtsjahr 2025.

Den Daten zufolge sinkt der Anteil der vergebenen Aufträge mit lediglich einem Bieter in Deutschland seit 2022 kontinuierlich:

JahrProzentsatz
202120 %
202225 %
202324 %
202422 %
202520 %

Weitere Informationen und Quellen

  • News der Kommission vom 16. März: Public Procurement Data Space: Unlocking the wealth of EU public procurement data in Europe
  • Landingpage: The Public Procurement Data Space (PPDS)
  • Mitteilung der Kommission: Ein Datenraum zur Verbesserung der öffentlichen Ausgaben, zur Förderung der datengestützten Politikgestaltung und zur Verbesserung des Zugangs zu Ausschreibungen für KMU

Titelbild: Nastya Dulhiier auf Unsplash