Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 4. September in Dortmund zusammen, um sich einen rechtlich wie technisch umfassenden Überblick zu vergabe.NRW und der E-Vergabe in Nordrhein-Westfalen zu verschaffen.

Der 18. Nordrhein-westfälische E-Vergabe-Tag werde viele Wünsche aus den Reihen der öffentlichen Beschaffung erfüllen, kündigte Ralf Sand vom Ministerium der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen in seiner Begrüßung an: sowohl den Wunsch nach Erleichterungen und Bürokratieabbau, als auch nach Leitplanken und Sicherheit bei deren Umsetzung. Auch der von vielen gewünschte Einsatz von KI im Beschaffungsalltag würde im Rahmen der Veranstaltung beleuchtet werden.

Die Revolution des Unterschwellenvergaberechts?

Den Auftakt machte der Leiter des Rechtsamtes Stadt Kempen, Dr. Ralf Tillmanns. Er war eng eingebunden in die Erstellung der neuen kommunalen Mustersatzung, die Kommunen ab dem 1. Januar 2026 nutzen können, nachdem mit dem neuen §75a der Gemeindeordnung NRW alle landesrechtlichen Wertgrenzen für kommunale Vergabeverfahren aufgehoben sind.

Dr. Tillmanns beleuchtete die Beweggründe für die konkrete Ausgestaltung der Mustersatzung und stand für zahlreiche Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Das Vergabebeschleunigungsgesetz

Anschließend richteten Martina Knebel und Marie-Christin Walker vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen den Blick auf die Bundesebene, wo jüngst das Vergabegeschleunigungsgesetz vom Kabinett verabschiedet wurde.

Knebel und Walker erläuterten die vom Gesetzgeber vorgesehenen Ansatzpunkte im GWB und der VgV zur Vereinfachung und Beschleunigung von Vergabeverfahren und gaben den aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens wider: Der Entwurf befindet sich derzeit im Bundesrat und dort in der Ausschussbefassung.

Strategische Beschaffung NRW: Vom Wie? zum Was?

Das neue KI-basierte NRW-Modul zur Ausschreibungsunterstützung stellten Stefan Krusenbaum und Carsten Klipstein vor. Grundlage des Moduls ist die cosinex-Beteiligung GovMind, die inzwischen zu einem vollwertigen Tool ausgebaut wurde, um Fachbereiche bei der Vorbereitung einer Ausschreibung in vielfacher Hinsicht zu unterstützen.

Wie GovMind mithilfe künstlicher Intelligenz den Fokus strategische Beschaffung verändert, stellen wir in der kommenden Woche ausführlich im cosinex Blog vor.

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Ausblick auf die Entwicklungsagenda

Carsten Eschenröders (Rück-)Blick hinter die Kulissen der Kernmodule von Vergabe.NRW hat bereits Tradition auf dem E-Vergabe-Tag. Der cosinex-Entwicklungsleiter nutzte seinen Vortrag für eine ausführliche Demonstration der Möglichkeiten, die cosinex WebForms bieten und beleuchtete die Wechselwirkungen, die sich zur webbasierten Angebotsabgabe, die in Kürze eingeführt werden wird.

Auch weitere Neuerungen an dem KI-basierten Modul Erfassung von Direktaufträgen stellte Eschenröder vor, unter anderem Möglichkeiten zur strukturierten Dokumentation von Direktaufträgen.

Die Markterkundung

Unter welchen Rahmenbedingungen können Alleinstellungsmerkmale oder Angebotspreise über Marktpreisniveau im Vergabeverfahren Bestand haben? Diese Frage war Gegenstand des abschließenden Vortrags von Norbert Dippel, Justiziar der cosinex und Autor des cosinex Blog: Er stellte anhand von drei Beschlüssen von Vergabekammern bewährte Praxistipps und häufige Fehlerquellen bei der Markterkundung vor.

Die wesentlichen Inhalte stellen wir in Kürze in unserem Grundlagenbeitrag zur Markterkundung vor.