
Anfang 2025 warben Abgeordnete der CSU im Bayerischen Landtag dafür, größere Feuerwehrfahrzeuge künftig zentral durch den Freistaat beschaffen zu lassen. Umgesetzt wurde die Idee anders: Die Sammelbeschaffung führt seit August 2026 der LandesFeuerwehrVerband Bayern durch, nicht eine staatliche Stelle.
Update vom 14. August 2026: Der hier beschriebene Planungsstand ist überholt. Umgesetzt wird die Sammelbeschaffung nicht durch den Freistaat, sondern durch den LandesFeuerwehrVerband Bayern: Er hat am 7. August 2026 die europaweite Ausschreibung für Löschgruppenfahrzeuge des Typs LF 10 gestartet, an der sich 171 Kommunen beteiligen. Einzelheiten in unserem Beitrag Bayern: 171 Kommunen beschaffen Löschgruppenfahrzeuge gemeinsam.
Ziel sei es, den Kommunen in Bayern künftig auch einen alternativen, zentralisierten Beschaffungsweg anzubieten, um Kosten zu senken und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.
Kommunen können weiterhin selbst beschaffen
„Gleichzeitig bleibt es den Kommunen aber überlassen, auch weiterhin individuell auf ihre spezifischen Bedürfnisse abgestimmte Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände zu beschaffen“, so der innenpolitische Sprecher der CSU, MdL Holger Dremel.
Aktuell würden die Kommunen den Bedarf an Feuerwehrfahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen eigenständig ermitteln und beschaffen, was oft mit der Beauftragung externer Büros verbunden ist, so Dremel. „Die derzeitigen Prozesse belasten die Kommunen durch hohen Personalaufwand und kostenintensive Ausschreibungsverfahren“
Erhebliche Einsparungen möglich
Durch zentrale Beschaffungen seien erhebliche Einsparungen möglich, wie auch Beispiele aus benachbarten Bundesländern zeigen:
So kann ein HLF10-Fahrzeug, das bei einer kommunaler Ausschreibung rund 500.000 Euro kostet, zentral für etwa 350.000 Euro erworben werden.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Staatssekretär Sandro Kirchner hätten bereits zugesagt, die Idee aufzugreifen und noch 2025 mit einem zentralen Pilotprojekt in Bayern die zentrale Beschaffung von Fahrzeugen zu testen.
Stand August 2026: Die Ausschreibung führt nicht der Freistaat durch, sondern der LandesFeuerwehrVerband Bayern als Bevollmächtigter der beteiligten Kommunen.
Vorbilder Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen
Während in Sachsen-Anhalt Feuerwehrfahrzeuge bereits seit Jahren für die Kommunen zentral beschafft werden, haben die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Freistaat Thüringen im vergangenen Jahr eine Verwaltungsvereinbarung für eine länderübergreifende Beschaffung geschlossen.
Quellen
- Scheßlitzer MdL Holger Dremel: Regierungsinitiative für bayerische Feuerwehren
- Patrick Grossmann MdL: Freistaat Bayern erhöht Feuerwehrförderung
- Bayern: Mehr Förderung für die Feuerwehren ab 2025
Welche Wertgrenzen und Verfahrensregeln für Beschaffungen in Bayern gelten, fasst unser Überblick zu den Wertgrenzen und Vergaberegeln in Bayern zusammen.
Titelbild: Tobias Nordhausen – flickr (CC BY-NC-SA 2.0)
Bei der Kostenexplosion die wir in den letzten Jahren seit Corona in vielen Bereichen sehen ist es höchste Zeit auch in Bayern an die Zentrale Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen zu gehen.
Allerdings befürchte ich hierbei schon wieder einen „Bürokratischen Aufwand“ der vermutlich einen Großteil einer möglichen Einsparung wieder zunichte macht.
Ich bin der Meinung, dass hier auch seitens der Gesetzgebung die entsprechenden Leitplanken so angepasst werden müssen, dass auch in diesem Fall die Preise für Vergabepackete wie in der Privatwirtschaft üblich mit den potentiellen Lieferanten verhandelt werden können und müssen.