Verbot der Auftragsvergabe an russische Bieter

Zitiervorschlag:
Redaktion: „Verbot der Auftragsvergabe an russische Bieter“, in cosinex Blog. URL: https://csx.de/irgz. (Abgerufen am: Uhr)

Am 8. April hat die EU-Kommission ein fünftes Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Neben weiteren Einfuhr- und Ausfuhrverboten und finanziellen Maßnahmen umfasst dieses auch die Abkopplung Russlands von öffentlichen Aufträgen und europäischen Geldern.

Mit der Verordnung (EU) 2022/576 des Rates vom 8. April 2022 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 833/2014 über restriktive Maßnahmen angesichts der Handlungen Russlands, die die Lage in der Ukraine destabilisieren wird die Teilnahme russischer Staatsangehöriger und russischer Einrichtungen an öffentlichen Ausschreibungen in der EU vollständig verboten.

Das gilt für Auftragsvergaben an russische Unternehmen im Sinne der Verordnung, wie auch für die Beteiligung solcher Unternehmen als Unterauftragnehmer, Lieferant oder im Zusammenhang mit der Erbringung des Eignungsnachweises, soweit mehr als zehn Prozent des Auftragswertes auf betroffene Unternehmen entfallen.

Keinen Beitrag mehr verpassen?
Abonnieren Sie jetzt unseren Benachrichtigungsdienst und erhalten Sie neue Beiträge zu genau den Themenbereichen, die Sie interessieren, direkt ins Postfach.
➡ Kostenfrei ➡ Bis zu dreimal pro Woche ➡ Zu den Themen Ihrer Wahl ➡ Jederzeit kündbar

Inkrafttreten und Übergangsfrist

Die Verordnung ist seit dem 09. April in Kraft. Aus vergaberechtlicher Sicht maßgeblich ist ihr Artikel 5k, der unmittelbar gilt und keiner weitergehenden Umsetzung bedarf. Für die Ausführung bereits zugeschlagener Aufträge und Konzessionen besteht eine sechsmonatige Übergangsfrist bis zum 10. Oktober 2022.

Ausnahmen

Für die Bereitstellung unbedingt notwendiger Güter oder Dienstleistungen, wenn sie ausschließlich oder nur in ausreichender Menge von den zuvor genannten Personen bereitgestellt werden können, gewährt die Verordnung unter Absatz 2 zuständigen Behörden die Genehmigung der Vergabe oder die Fortsetzung der Erfüllung von Verträgen. Gleiches gilt für

den Kauf, die Einfuhr oder die Beförderung von Erdgas und Erdöl, einschließlich raffinierter Erdölerzeugnisse, sowie von Titan, Aluminium, Kupfer, Nickel, Palladium und Eisenerz aus oder durch Russland in die Union.

Mustereigenerklärung des BMWK

Das BMWK hat ein Muster einer Eigenerklärung zur Vorlage durch Bewerber und Bieter beziehungsweise sämtliche Mitglieder einer Bietergemeinschaft zur Verfügung.gestellt. Für das Vergabehandbuch Nordrhein-Westfalen liegt überdies eine Eigenerklärung für Bieter zur Umsetzung von Artikel 5k Absatz 3 der Verordnung (EU) 2022/576 des Rates vom 8. April 2022 vor (PDF). Diese wird zeitnah auch als Vorlage im cosinex Vergabemanagementsystem bereitgestellt.

Weitere Hinweise finden Landesbehörden im zentralen Portal des Landes vergabe.NRW unter diesem Link.

Weitere Informationen

Titelbild: Peggy_Marco – Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

72  +    =  74