So gestalten Kommunen die Mobilitätswende

Zitiervorschlag:
Witte: „So gestalten Kommunen die Mobilitätswende“, in cosinex Blog. URL: https://csx.de/IfDT. (Abgerufen am: Uhr)

Ambitionierte Klimaschutzziele, steigende Energiepreise, hohe Ansprüche an Verkehrssicherheit und an die Attraktivität der Städte: Die Verkehrspolitik verfolgt ein umfangreiches Bündel an Zielen, das sich unter der Überschrift Mobilitätswende zusammenfassen lässt. An der technischen Infrastruktur arbeitet das GovTech-Start-up ROADIA.

Mehr kommunale Entscheidungsbefugnisse

Ein aktuelles Positionspapier des Deutschen Städte- und Gemeindebundes fasst die wesentlichen Punkte der Mobilitätswende zusammen – und fordert mehr Entscheidungsbefugnisse für die Kommunen. Nur so könnten die vor Ort geeigneten Maßnahmen umgesetzt und die Mobilitätwende beschleunigt werden.

Der kommunale Spitzenverband nennt acht Gründe für mehr kommunale Entscheidungsbefugnisse im Verkehrsrecht:

  • Mehr Klimaschutz im Verkehrssektor,
  • höhere Aufenthaltsqualität und Attraktivierung der Innenstädte,
  • die Steigerung der Verkehrssicherheit,
  • einfachere Regelungen und den Abbau des Schilderwaldes,
  • die Stärkung des Fußverkehrs,
  • ebenso wie die Stärkung des Radverkehrs,
  • klare Vorgaben für Sharing-Angebote von E-Rollern und Bikes
  • und eine integrierte und konsistente Verkehrsnetzplanung.

Modellversuch Tempo 30

Ein wesentlicher Baustein ist dabei die Anordnung angepasster Geschwindigkeiten – innerorts in der Regel Tempo 30. Denn die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen ist ausschlaggebend für Anzahl und Schwere von Sach- und Personenschäden, für das Sicherheitsempfinden insbesondere von Radfahrern und Fußgängern und sie hat Auswirkungen auf Umwelt und Klima.

Bislang seien Anordnungsbefugnisse zu Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Gründen der Verkehrssicherheit und zum Schutz der Umwelt sehr kleinteilig zu begründen, wie der DStGB bemängelt. Er fordert daher mehr Flexibilität für Kommunen und spricht sich für Modellversuche aus, in denen generelles Tempo 30 innerorts mit vereinzelten Ausnahmebeschilderungen auf Hauptverkehrsstraßen erprobt werden kann.

Eine ähnliche Forderung erhebt die Städteinitiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“, die im Juni 2021 von der Agora Verkehrswende mit Beteiligung des Deutschen Städtetages gegründet wurde.

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ROADIA denkt Verkehr neu

Derart umfassende Geschwindigkeitsbegrenzungen stellen neue Herausforderungen an deren Einhaltung und Kontrolle. Da kommt die ROADIA GmbH ins Spiel.

Das in Potsdam ansässige Unternehmen arbeitet daran, zur Leitzentrale für die Mobilitätswende zu werden. Das Start-up verfügt bereits über eine Technologie zur zeitsparenden und budgetschonenden Verkehrszählung und Geschwindigkeitsmessung. Ländern und Kommunen eröffnet ROADIA vielfältige Möglichkeiten für ein zukunftsfähiges Verkehrsmanagement.

Feldversuch in Belgien

Der erste Feldversuch ist bereits in naher Zukunft in Belgien geplant. In Zusammenarbeit mit der Stadt Leuven, dem Institut VIAS und der belgischen Polizei werden dort über einen Zeitraum von zwei Wochen verschiedene Tests durchgeführt. In den nächsten Jahren sollen alle belgischen Städte auf Tempo 30 umgestellt werden. Um die Einhaltung dieser Geschwindigkeiten flächendeckend zu gewährleisten, bedarf es kreativer und kosteneffizienter Lösungen wie der des Potsdamer Unternehmens.

Im August 2021 hatte die GovTech-Gruppe ihre Beteiligung an ROADIA bekannt gegeben. Mit ihrer Unterstützung konnte das Start-up anschließend eine EU-weite Ausschreibung des Landes Schleswig-Holstein im Bereich der Verkehrszählung gewinnen. Parallel wurde in weniger als einem Jahr an ersten, heute teilweise marktreifen Lösungen gearbeitet und ein 18-köpfiges Team aufgebaut.

Einblicke bietet ROADIA im Unternehmensblog sowie im hauseigenen Podcast ROADIA RADIO. In der ersten Folge gibt B2G-Vertriebsexperte Markus Bieber einen Ausblick auf die Zukunft:

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