Die Vereinten Nationen zur Beschaffung von Innovation

Zitiervorschlag:
cosinex Redaktion: „Die Vereinten Nationen zur Beschaffung von Innovation“, in cosinex Blog. URL: https://csx.de/Mi25. (Abgerufen am: Uhr)

Blick auf die United Nations Plaza und das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York CityBereits vor rund einem Monat wies Carsten Klipstein, Geschäftsführer u.a. der cosinex in dem Beitrag Innovative Beschaffung oder Beschaffung von Innovationen? auf die verbreitete Begriffsunklarheit ausgehend von jedenfalls missverständlichen Übersetzungen des Begriffes Innovation procurement hin.

Hierzu fügt ein bereits im Juni 2021 entstandenes Positionspapier der Vereinten Nationen dem Thema eine weitere Facette hinzu: Deren Wirtschaftskommission für Europa (ECE) beschreibt darin innovationsfördernde öffentliche Beschaffung (Innovation-enhancing Procurement, IEP).

Was ist IEP?

Auch Innovation-enhancing Procurement beschreibt letztlich nichts anderes als die Beschaffung von Innovationen:

By procuring innovative goods, works and services, governments can make their own operations more productive and sustainable and can serve citizens and companies better.

Zugleich könne IEP als Instrument bei der Schaffung von innovativen Leitmärkten und zur Stimulation und Lenkung von Investitionen in Innovationen dienen – etwa beim Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft.

Kreislaufwirtschaft: Reicht Neuheit für Innovation?

Zwar werden nachhaltige Beschaffung und die Beschaffung von Innovation so zusammen gedacht. Allerdings gelangt die ECE über eine recht banale Zuschreibung, wonach die Kreislaufwirtschaft neu sei und ihre Beschaffung daher innovativ, kaum hinaus.

Immerhin werden praktische Beispiele wie der European Union Action Plan for the Circular Economy und der niederländische Circular Procurement Green Deal als Beispiele für öffentliche Beschaffung im Kontext von Kreislaufwirtschaft herangeführt.

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Wider die Begriffsverwirrung

Anerkennenswert ist, wie die Wirtschaftskommission sich bemüht, keiner weiteren Begriffsverwirrung Vorschub zu leisten. So wird IEP sowohl vom innovation procurement der Europäischen Kommission abgegrenzt, als auch von einer verwandten Definition der OECD. Ihr zufolge umfasst public procurement for innovation

jede Art der öffentlichen Beschaffungspraxis (vorkommerziell oder kommerziell), die darauf abzielt, Innovation durch Forschung und Entwicklung und die Markteinführung von innovativen Produkten und Dienstleistungen zu fördern

Herausforderungen bei der Umsetzung von IEP

Die ECE verweist auf eine Studie, wonach 50 Prozent der OECD-Mitglieder IEP in der einen oder anderen Form bereits umsetzen – seien es rechtliche Instrumente, Forschungs- und Entwicklungsprogramme oder finanzielle Mittel.

Gleichwohl bestünden Herausforderungen bei der Einführung und Umsetzung innovativer Beschaffung – von politischen Beharrungskräften über fehlende Fähigkeiten und mangelndes Wissen in den Verwaltungen bis hin zu den Herausforderungen der Bestimmung von Lebenszykluskosten im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft.

Um diesen Herausforderungen und Risiken innovativer Beschaffung zu begegnen, identifiziert die Kommission vier Ansätze:

  1. Auf strategischer Ebene wird die Einbettung in breitere Nachhaltigkeitsstrategien betont. Auch sei ein klares politisches Mandat mit politischer Rückendeckung erforderlich.
  2. Hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen wird vorgeschlagen, stärker als bisher Lebenszykluskosten in den Blick zu nehmen, sodass sämtliche Externalitäten der Beschaffung berücksichtigt werden.
  3. Zudem sollten seitens der Vergabestellen Kapazitäten und Fähigkeiten ausgebaut werden – idealerweise multidisiplinär bzw. in Form intermediärer Innovationsagenturen.
  4. Kooperationen, Partnerschaften und Netzwerke sollen ebenfalls dazu dienen, Herausforderungen bei der Einführung und Umsetzung von IEP zu begegnen.

» Das Positionspapier Building Back Better: Innovation-enhancing Procurement for Sustainable Development herunterladen (PDF, 200 KB)

Titelbild: Neptuul, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

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