Leitfaden zur umweltfreundlichen Beschaffung rund um Rechenzentrums-Leistungen

Der Stromverbrauch von Rechenzentren in Deutschland hat sich gemäß einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums im Zeitraum von 2001 bis 2015 von 5,4 Terawattstunden (TWh) pro Jahr auf 12 TWh pro Jahr mehr als verdoppelt. Bis zum Jahr 2025 wird nach dieser Studie mit einer Verdreifachung auf bis zu 16,4 TWh pro Jahr gerechnet. Noch eindrucksvoller wird es, wenn man sich die Zahlen am Beispiel des Rechenzentrum-Standorts Frankfurt am Main verdeutlicht: So haben bereits Ende 2016 die als solche bekannten Rechenzentren in Frankfurt a.M. den Flughafen als größten Stromverbraucher abgelöst. Im Netzgebiet des Energieversorgers Mainova entfielen bereits Ende 2016 rund 18,9% des jährlichen Stromverbrauchs auf den Flughafen, die Rechenzentren kamen zusammen auf 19,5%.

Die Zahlen machen insbesondere unter ökologischen Gesichtspunkten deutlich, welche Bedeutung den Rechenzentren (und meist nicht gesondert erfassten Serverräumen) als Energieverbraucher zukommt.

Nach den Erfahrungen verschiedener Pilotprojekte und Best-Practice-Beispielen wird laut Angabe des Umweltbundesamtes davon ausgegangen, dass in Rechenzentren Energieeinsparmöglichkeiten zwischen 40 und 50% bestehen. Besonders große Energieeinsparpotenziale werden von den Rechenzentrumsbetreibern bei der Klimatisierung, beim Einsatz energieeffizienter Server und Speichersysteme, durch die Virtualisierung von Servern sowie bei der Stromerzeugung und -verteilung gesehen.

Die Bundesregierung hat in der Digitalen Agenda 2014 – 2017 beschlossen, ihre Anstrengungen im Rahmen der Green-IT Initiative des Bundes zu verstärken. Hierzu zählen die Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), die Orientierung an Nachhaltigkeitskriterien beim öffentlichen Einkauf und die Umsetzung von Green-IT in der Wirtschaft.

Daher bietet das Umweltbundesamt mit einem neuen Leitfaden Hilfestellung, der insbesondere öffentliche Beschafferinnen und Beschaffer dabei unterstützen soll, umweltverträgliche Rechenzentrums-Hardware, Rechenzentrums-Infrastruktur sowie Rechenzentrums-Dienstleistungen auszuschreiben und zu beschaffen. Der Leitfaden enthält die für öffentliche Auftraggeber wesentlichen Informationen und Empfehlungen für die Einbeziehung von Umweltaspekten in die Vergabe- und Vertragsunterlagen. Technische Leistungsmerkmale der zu beschaffenden Hardware oder Dienstleistung, die über die bloßen Umweltaspekte hinausgehen, sind von den Bedarfsträgern selbst zu definieren und entsprechend nicht Bestandteil des Leitfadens.

Rechenzentren umweltfreundlich beschaffen?

Der – unter der ggf. etwas missverständlichen Überschrift „Rechenzentren umweltfreundlich beschaffen“ – veröffentlichte Leitfaden geht über den vermutet engen Anwendungsbereich hinaus und gibt vielfältige Hinweise, wie und welche ökologischen Aspekte bei der Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen für Rechenzentren und Serverräume berücksichtigt werden sollten.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen des Umweltbundesamtes finden Sie unter diesem Link. Den Leitfaden als PDF-Download finden Sie hier.

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