E-Vergabe im Rahmen kommunal-staatlicher Zusammenarbeit

Foto vom Landtag NRWEin Gastbeitrag von Frau Janine Pleus und Herrn Daniel Förster gibt einen Überblick wie die E-Vergabe in Nordhein-Westfalen im Rahmen einer kommunal-staatlichen Zusammenarbeit auf Basis der cosinex Technologie funktionieren kann.

Der Beitrag wurde in der Verbandszeitschrift „Eildienst“ des Landkreistags Nordrhein-Westfalen veröffentlicht und leitet das Schwerpunktthema E-Vergabe der aktuellen Ausgabe ein. Weitere Beiträge geben Erfahrungsberichte der Kreise Soest und Steinfurt zur Nutzung der regionalen Vergabemarktplätze in Nordrhein-Westfalen.

Mit den regionalen Vergabemarktplätzen Metropole Ruhr, Rheinland und Westfalen erhalten Kreise und Kommunen in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, die E-Vergabe-Lösung des Landes NRW zu nutzen. Von der Veröffentlichung der Vergabeunterlagen über die elektronische Bieterkommunikation bis hin zum Abschluss eines Verfahrens können alle Schritte eines elektronischen Vergabeverfahrens über die Vergabemarktplätze abgewickelt werden.

Die E-Vergabe kommt! Nach Umsetzung der EU-Vergaberichtlinien, aber auch durch die neue Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) sowie die neue VOB/A wird die elektronische Kommunikation bei förmlichen Vergabeverfahren bis auf wenige Ausnahmen ab dem 18. Oktober 2018 verpflichtend. Dabei sind nicht nur EU-weite Verfahren betroffen, sondern – mit etwas Verzögerung – auch der Bereich der Unterschwelle.

vergabe.NRW

Mit vergabe.NRW bietet die Landesverwaltung NRW für eigene Vergabestellen und interessierte Unternehmen, aber auch für die nordrhein-westfälischen Kommunen und Kreise ein zentrales Portal rund um das öffentliche Auftragswesen. Durch einen sukzessiven Ausbau um viele funktionale Module hat sich diese Anlaufstelle in den letzten Jahren zu einer der führenden Portallösungen in Europa entwickelt. Ein zentraler Baustein ist dabei sicherlich der Vergabemarktplatz des Landes Nordrhein-Westfalen und die drei regionalen Vergabemarktplätze. Kommunen, die die Möglichkeiten des Portals und des Moduls Vergabemarktplatz für Bekanntmachungen nutzen möchten, stehen unterschiedliche Wege offen:

  • Veröffentlichungsclient (VÖ-Client):  Der Veröffentlichungsclient erlaubt die Veröffentlichung von Bekanntmachungen auf dem Vergabemarktplatz.
  • Bekanntmachungs-Schnittstelle:  Soweit E-Vergabe-Lösungen privater Anbieter genutzt werden, bietet das Modul eine Schnittstelle, um die Bekanntmachungen aus der lokalen E-VergabeLösung auf vergabe.NRW und im Vergabemarktplatz zu veröffentlichen.
  • Nutzung der regionalen Vergabemarktplätze:
    Von d-NRW wird die (Mit-)Nutzung der drei regionalen Vergabemarktplätze (Metropole Ruhr, Rheinland und Westfalen) angeboten. Kommunen aus der Wirtschaftsregion Aachen haben über die regio iT ebenfalls eine E-VergabeLösung im Plattformverbund.

E-Vergabe mit d-NRW

Die technische Realisierung des Verbundprojekts der regionalen E-Vergabemarktplätze erfolgt in Kooperation mit kommunalen IT-Dienstleistern. Dabei unterstützen die regionalen Vergabemarktplätze öffentliche Auftraggeber im Rahmen ihrer Ausschreibungen auf vielfachem Wege und mit unterschiedlichsten Funktionen, das heißt von der Veröffentlichung über die Aktualisierung der Vergabeunterlagen und Abwicklung von Bieterkommunikation, die elektronische Submission, den Abschluss des Verfahrens (inklusive Dokumentation) bis hin zu integrierten Schnittstellen zum Amt für Veröffentlichungen der EU (TED/SIMAP), bund.de und weiteren Veröffentlichungsplattformen. In der Konsequenz verkürzen sich die Bearbeitung und der interne Ablauf von Vergabeverfahren durch

  • die elektronische Erstellung der Bekanntmachung und Bereitstellung der Vergabeunterlagen
  • eine rechtssichere und transparente elektronische Kommunikation zwischen Bietern und Vergabestelle
  • Fristverkürzungsmöglichkeiten infolge der elektronischen Vergabeabwicklung,
  • Weiterleitungsmöglichkeiten an andere Veröffentlichungsplattformen, insbesondere TED/SIMAP und bund.de
  • die Möglichkeit zur elektronischen Submission und Erfassung von Teilnahmeanträgen
  • und vieles mehr

Betrieben werden die regionalen Vergabemarktplätze in einer Kooperation zwischen dem Land NRW, der d-NRW AöR und den Betreibern krz Minden-Ravensberg / Lippe, GKD Recklinghausen und dem Kreis Mettmann.

Zahlen und Fakten

Die Mehrzahl der Kommunen in Nordrhein-Westfalen veröffentlichen ihre Ausschreibungen sowie Ex-ante- und Expost-Bekanntmachungen über den Veröffentlichungs-Clienten auf vergabe.NRW. Knapp 200 Kommunen, Kreise und weitere öffentliche Einrichtungen sind darüber hinaus in den regionalen Vergabemarktplätzen mit einem eigenen Mandanten eingerichtet.

Vorteile für Unternehmen

Durch die Anbindung der regionalen Vergabemarktplätze an vergabe.NRW (hier: das Modul Vergabemarktplatz) sind sowohl für regional, als auch für überregional tätige Unternehmen alle Ausschreibungen zentral und kostenfrei recherchierbar. Die inzwischen weit über 50.000 registrierten und aktiven Unternehmen können so – ebenfalls kostenfrei – auf alle Ausschreibungen des Landes und der regionalen Vergabemarktplätze zugreifen. Potentielle Bieter haben zudem die Möglichkeit, für sie relevante Bekanntmachungen – ohne Mehrfachanmeldungen und zeitaufwändige Suche über verschiedene Plattformen oder Bekanntmachungsmedien – zentral zu recherchieren. Mit der integrierten Suchfunktion lassen sich Ausschreibungen unter anderem räumlich und inhaltlich eingrenzen. Ein kostenfreier E-Mail-Benachrichtigungsdienst erleichtert das Auffinden interessanter Ausschreibungen zusätzlich. Sollte ein Unternehmen wider Erwarten noch nicht registriert sein oder den Vergabemarktplatz noch nicht kennen, kann die Vergabestelle diesem Unternehmen direkt über das System eine Aufforderung zur freiwilligen Anmeldung zukommen lassen. Diese Registrierung ist ebenfalls kostenfrei.

E-Vergabe mit d-NRW: transparent und sicher!

Die einfache Mitnutzung der regionalen Vergabemarktplätze in Nordrhein-Westfalen erfolgt durch d-NRW in Kooperation mit den kommunalen IT-Dienstleistern. Bezugsberechtigt sind alle Kommunen sowie kommunale Gebietskörperschaften und mehrheitlich öffentlich beherrschte Beteiligungen.

Vorteile sind unter anderem

  • pauschaler Kostenerstattungsbeitrag: Gegen einen Kostenerstattungsbeitrag erhält die nutzende Kommune oder Kreis ein „Rundum-Sorglos-Paket“ (inkl. Betrieb, Weiterentwicklung, Pflege, Support etc.).
  • keine Mindestvertragslaufzeit
  • Betrieb und Datenhaltung bei öffentlichen IT-Dienstleistern in Nordrhein Westfalen
  • einfach und intuitiv nutzbare Lösung auf Basis einer deutschlandweit verbreiteten Softwarelösung. –  hohe Akzeptanz, insbesondere der regionalen Wirtschaft
  • und vieles mehr Weitere Informationen finden Sie unter http://vergabe.d-nrw.de.

Quelle: EILDIENST LKT NRW Nr. 2 / Februar 2017

Autoren

Daniel Förster (Dipl.-Oek.) ist Prokurist der d-NRW Betriebsgesellschaft und verantwortet dort u.a. den Bereich der E-Vergabe für kommunale Vergabestellen in Nordrhein-Westfalen.

 

 

 

Janine Pleus, Projektmanagerin d-NRW AöR

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