Empfehlung der XVergabe auch durch Spitzenverbände

XVergabecosinex ist in den Arbeitsgruppen des XVergabe-Projekts bereits seit Beginn engagiert. Über Genese und Status quo dieses Projekts zur Erarbeitung eines Schnittstellen-Standards für die Interoperabilität zwischen E-Vergabesystemen in Deutschland, kurz XVergabe, berichten wir im Rahmen unseres Blogs laufend.

In einem Positionspapier der beiden Spitzenverbände „Deutscher Industrie- und Handelskammertag“ und „Deutscher Landkreistag“ zur E-Vergabe wurden die aktuellen Problemfelder analysiert und für XVergabe eine deutliche Empfehlung ausgesprochen.

Problemfelder

Neben der strukturellen Herausforderung, dass Deutschland über eine sehr große Anzahl dezentraler Vergabe- bzw. Beschaffungsstellen verfügt und sich hieraus auch besondere Herausforderungen für durchgängige IT-Lösungen ergeben, wird in bemerkenswerter Weise auf ein wohl fehlendes, einheitliches Verständnis von E-Vergabe in Deutschland hingewiesen: „Während mancher bereits die Einstellung seiner Ausschreibungsbekanntmachungen (…) für vollendete E-Vergabe hält, sehen andere erst dann den Begriff erfüllt, wenn beide Seiten – also öffentliche Auftraggeber und Bieter – ihre internen Abläufe mit dem eigentlichen Vergabeprozess elektronisch verknüpfen können.“ Das Papier selbst legt natürlich die letztgenannte Definition zu Grunde. Bemerkenswert ist auch die hierfür eingenommene Perspektive und Frage nach Mehrwerten für Vergabestellen und Unternehmen.

Weitere identifizierte Problemfelder sind u.a.:

  • eine heterogene Veröffentlichungslandschaft,
  • eine inkompatible E-Vergabe-Landschaft,
  • eine Belastung durch heterogenes „Formularmanagement“ und fehlende Einheitlichkeit bzw. Vorgaben.

XVergabe als Lösungsansatz

Als bedeutendster Lösungsansatz für die aufgeworfenen Probleme wird der XVergabe-Standard benannt und ausdrücklich zur Anwendung empfohlen.

Damit soll aus Sicht der Nutzer (Bieter) die E-Vergabe-Landschaft über einheitliche Oberflächen erschließbar werden.

Forderungen

Aus dem Vorgenannten leiten die beiden Spitzenverbände recht konkrete Forderungen ab. Dies sind vor allem:

  • Stärkere Berücksichtigung der E-Vergabe in E-Gvoernment-Strategien,
  • Standardisierung (XVergabe),
  • Kooperationen im Beschaffungswesen sowie
  • verpflichtende Vorgaben zur E-Vergabe mit einheitlichen Veröffentlichungsplattformen in den Bundesländern und differenzierten Stufenplänen zur sukzessiven Einführung.

Geht es nach den Vorstellungen der Spitzenverbände, könnte 2014 die elektronische Übersendung von Vergabeunterlagen (für alle) verbindlich werden. Eine Vorgabe für die vollständige elektronische Abwicklung des gesamten Vergabeprozesses im Rahmen der Stufenpläne soll bereits bis Ende 2016 möglich werden.

Das vollständige Positionspapier finden Sie hier.

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